Das Café Metropol wurde im Mai 1995 in den Räumlichkeiten der Sammelunterkunft Alte Eppelheimer Str. 80 gegründet.
Im Rahmen der damaligen gemeinsamen Einrichtung des zuvor öden und wenig genutzten Raumes im Erdgeschoß des Gebäudes entstand eine ständig wachsende Gruppe vor allem junger Leute, die Donnerstag abends im Café Metropol zusammenkommen. Neben dem normalen Cafébetrieb ist das Café Metropol ein Veranstaltungsort, der in den letzen Jahren insbesondere durch die Veranstaltungsreihe "Flüchtlinge stellen ihre Heimat vor" bekannt wurde.
Die von Flüchtlingsgruppen selbstorganisierten Abende, sind in der Regel Informationsveranstaltungen zur Situation in den Herkunftsländern - meist gefolgt von Partys mit einschlägiger Musik und landestypischem Buffet.
Die Motivationen, ins Café Metropol zu kommen, sind sehr verschieden: Freude am Spaß, Suche nach sinnvollem Engagement, Interesse an interkulturellen Kontakten, Interesse an der Situation der Asylbewerber, Praktizierung fremdsprachlicher Kenntnisse, Schach - oder Backgammonleidenschaft und vieles mehr. Flüchtlinge hingegen kommen insbesondere deshalb in das Café Metropol, weil dies der einzige Ort in Heidelberg ist, an dem sie eine unkomplizierte Möglichkeit sehen, mit der hier ansässigen Bevölkerung in Kontakt zu kommen.
Um dies zu verstehen, muß man sich die Koordinaten der Lebenssituation von Asylbewerbern in Deutschland vergegenwärtigen:
- das Verbot, zu arbeiten;
- das Verfügen über einen monatlichen Barbetrag von nur 80,- DM (Sachleistungsversorgung);
- das Verbot, den Stadtkreis Heidelberg bzw. den Rhein-Neckar-Kreis zu verlassen;
- das Verbot, außerhalb der stressigen Asylunterkünfte zu wohnen;
- die Verpflichtung, an dem Ort zu wohnen, dem man zugewiesen wird etc..
Zu diesen - bei weitem nicht abschließend - aufgezählten, rechtlichen Einschränkungen treten verstärkend die durch Flucht und Migration bedingten Belastungen hinzu:
- Trennnung von nahestehenden Menschen;
- Erfahrungen von Gewalt, Erniedrigung und Not im Herkunftsland
- kulturelle Verunsicherung und Einsamkeit im Aufnahmeland
- Außerdem das Warten auf die Asylentscheidung- das Warten auf Anerkennung oder Ablehnung, Tag für Tag, manchmal jahrelang
Die rechtlichen bzw. politischen Rahmenbedingungen bieten nur wenig Spielräume, die aus den genannten Bedingungen resultierende soziale Isolation der Asylbewerber zu knacken. Einen - wenn auch bescheidenen - Spielraum sehen wir in unserem Café Metropol.
Wenn Sie das auch so sehen oder wenn Sie einfach nur neugierig geworden sind oder wenn Sie mal wieder in guter und interessanter Gesellschaft einen netten Abend verbringen wollen oder wenn... Wie Sie sehen, gibt es viele und gute Gründe, einmal bei uns vorbeizuschauen.
| Infos, Kontakte:
| Donnerstag abends 19.30 -22.00 Uhr Alte Eppelheimer Str. 80 Heidelberg |