Walter Gillich

Walter Gillich ist 1920 in Saaz, Böhmen geboren. 1950 studierte er bei Paul Berger-Bergner und Karl Trummer an der "Freien Akademie" in Mannheim.

Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Richard Benz-Medaille. Kein geringerer als der bedeutende Kunsthändler Wolfgang Gurlitt wurde seinerzeit auf den in Heidelberg wirkenden Künstler aufmerksam.

Der Maler konnte auf mehr als 60 Ausstellungen in Museen und Galerien zurückblicken; zahlreiche öffentliche und private Institutionen haben seine Bilder erworben, u.a. das Land Berlin, das Regierungspräsidium Nordbaden, die Städte Heidelberg, München und New York.

Gillich schöpft aus der Literatur (Faust, Odyssee, Nibelungenlied etc.). Mit treffsicherem Gefühl für das Passende wählt er neutrale, literarische und gleichnishafte Vorlagen, begrifflich bestimmt, doch vielfältig ausdeutbar, damit der bildnerischen Phantasie genügend Spielraum bleibt.

Das wagnerische Schaffensprinzip "...nicht durch Darlegung von Absichten, sondern durch Darstellung des Unwillkürlichen zu wirken" ist auch Gillichs künstlerisches Leitmotiv. Bei seinem Werdegang spielten Einflüsse des Leibl-Kreises mit Trübner und Schuch eine Rolle, ebenso Hofer, O. Müller und Schiele. Dennoch übernahm er stilistisch fast nichts , sondern entwickelte eine unverkennbare Eigenständigkeit.

Neben seinen Ölbildern, die sich durch kräftige Konturen und plakativen Farbauftrag auszeichnen nimmt sein graphisches Werk einen wichtigen Platz ein.

Er entwickelte dazu ein ihm eigenes Verfahren des Druckes in dem er die Formen als Positiv aus dem Holzstock schneidet, die Konturen mit der Hand wie beim Bürstenabzug auf das Blatt reibt um dann auf die freien Flächen Acryl-Öl- oder Buchdruckfarben lasierend aufzutragen. Damit wird jedes Blatt zum subtil nuancierten Unikat.Die Vollendung dieser Technik gelingt ihm beim Zyklus "Der Ring des Nibelungen".

Der so ebenfalls entstandene "Kennedy"-Zyklus wurde seinerzeit von der Bundesregierung angekauft und vom damaligen Bundeskanzler Willy Brandt anlässlich eines Staatsbesuches Robert F. Kennedy übereignet; das Werk hängt heute in der J.F. Kennedy-Bibliothek in Boston, USA.

Portrait Walter Gillich: Heidelberg-Guide.de